Kurs Haithabu

Das Wikingerschiff „Havhingsten“

„Kurs Haithabu“ war ein Treffen von über zwanzig frühen Rahseglern aus dem Ostseeraum und in seiner Art bisher einmalig. Begleitend wurde in Schleswig und Haithabu ein maritimes Fest gefeiert. Im historischen Halbkreiswall am Haddebyer Noor wurde die Zeit 1000 Jahre zurück in die Wikingerzeit gedreht. Die wohl größte Attraktion zu Wasser stellte der berühmte, gut 30 Meter lange Wikingerschiffnachbau „Havhingsten“ (dt. Seehengst) aus Roskilde dar, der zum ersten Mal in Deutschland zu Gast war. Aber auch die vielen kleineren Boote sowie das Wikingerdorf gaben ein wunderschönes Bild ab und lockten zahlreiche Besucher an. Auch die Kogge war im Schleswiger Stadthafen mit dabei und wurde ebenfalls tüchtig bestaunt. Sowohl das Fest als auch die Rückfahrt unter vollen Segeln durch die Schlei (bei Sonne und knackigem Wind) waren für uns ganz besondere Highlights.

Der Geschichte auf der Spur: Stralsund – Visby

SONY DSC
Das Lot

SONY DSC
Rudern mit einer Kogge im Schlepp

 

 

 

Im August 2009 wagen wir ein Experiment: wir wollen die Reisen unserer Vorfahren so gut wie möglich nachvollziehen und versuchen ohne Hilfe von Maschinen und ohne moderne Navigationshilfen von Stralsund nach Visby auf Gotland zu gelangen – also kein GPS und auch kein Kompass. Ein Blick auf die Seekarte ist nur 1x täglich erlaubt, um mangelnde Ortskenntnisse auszugleichen (im MIttelalter war i.d.R. mind. 1 Person mit Ortkenntnissen an Bord). Wir müssen also das Loten  (= Tiefenmessen) wieder lernen und mit den Schatten der Sonne Kurs halten. Eine aufregende Angelegenheit und ganz sicher kommen wir nicht annähernd an die Fähigkeiten unserer Vorfahren heran. Aber für uns geht es ja auch nicht ums nackte Überleben, sondern um einen großen Spaß. Wir haben nämlich, im Gegensatz zum wahren Mittelalter, einen Plan B im Hintergrund – ein Sicherheitsteam überprüft Wetterlage und unsere Position, greift aber nur im Notfall ein. Daher geht es oft fast spielerisch zu – z.B. probieren wir mit viel Spaß aus wie das schwere Schiff ohne Motorhilfe in Häfen und engen Buchen zu bewegen ist. Unter Idealbedingungen funktioniert es ganz gut, das schwere Schiff mit Hilfe von 2 Ankern zu verwarpen – allerdings möchten wir im Alltag doch lieber nicht drauf angewiesen sein.

 

Brest

Gegen Ende der Kieler Woche 2004 starten wir unsere bisher weiteste Reise: wir wollen an dem berühmten Traditionsseglerfestival teilnehmen, das alle 4 Jahre in Brest (Frankreich, Bretagne) stattfindet. Der aktuelle Anlass ist eine Einladung aufgrund der Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Brest und Kiel. Für uns toll ist, dass wir eine Mischung aus französischen und deutschen Jugendlichen mit an Bord bekommen, die uns über weite Teile der Reise begleiten. Nach einer stürmischen Hinfahrt und einem tollen, turbulenten Festival, geht es auf der Rückfahrt eher gemütlich zu: traumhafte Bedingungen und ein nun weit gesteckter Zeitrahmen erlauben es uns vor fast allen Kanalinseln zu ankern und die Inselwelt zu Fuß zu erkunden.  Für Ostseesegler ungewohnt bleiben nach wie vor der extreme Tidenhub und die damit verbundenen Strömungen. Wir setzen den Rückweg weiter über England fort, wo eine Reihe weiterer Einladungen warten. Auch hier werden wir rührend versorgt und das Schiff gebührend bewundert.

Lelystad

Törn zur Batviawerft nach Lelystad

hklelystad9Am 19.09.99 verließ die Hansekogge Kiel und machte sich auf den Weg nach Lelystad. Zusammen mit der Kamper Kogge sollte sie dort den historischen Nachbau der Batavia als Museumsattraktion vertreten. Die Batavia wurde zu den Olympischen Spielen 2000 nach Sydney verschifft.
Am ersten Tag wurde die Strecke durch den Nordostseekanal von Kiel nach Brunsbüttel mit 8 Crewmitgliedern zurückgelegt.
In  Brunsbüttel wurde der erste Crewtausch vorgenommen. Ein Crewmitglied ging von Bord und zwei kamen dazu. Am Montag um 8 Uhr nahm die Kogge ihren Maratontrip in Richtung Ijsselmeer auf. Bis 16 Uhr wurde gesegelt, dann drehte der Wind und die übrige Teilstrecke mußte motort werden. Die ganze Nacht, der folgende Tag und bis um 24 Uhr des nächsten Abends wurde unter Motor gefahren, bis die Kogge am „Eingang“ des Ijsselmeeres in Harlingen ankam. Nach dieser 42 Stunden Nonestop-Tour musste die Crew sich erst einmal erholen.

Mittwoch Abend lief die Kogge aus Harlingen aus und machte nach dem der Schleusenvorgang beendet war bei Sonnenuntergang in Makkum fest. Donnerstag wurde nach Enkhuizen motort. Dieses nette Städtchen durfte auf der Tour auf keinen Fall ausgelassen werden.

Die Kogge wurde am Freitag in Enkhuizen allein gelassen und die Crew machte mit dem Bus einen Ausflug nach Lelystad um den Ablauf am Samstag zu planen. Die Mitarbeiter der Bataviawerft gaben unserer Crew einen sehr herzlichem Empfang. Die Batavia war noch an ihrem Liegeplatz und sollte, so die Planung, am Samstag nach Amsterdam geschleppt werden. Die Kieler Hansekogge sollte der Batavia auf dem Ijsselmeer begegnen und ihren Platz einnehmen. Ein schön geplantes Szenario.

Tatsächlich klappte alles wie am Schürchen. Die Kogge wurde am Samstag nach Lelystad überführt, wobei die letzte Strecke erfreulicherweise unter Segeln zurückgelegt werden konnte. Nachdem die Batavia ihren Platz per Schlepper verlassen hatte, segelte die Kieler Hansekogge bis kurz vor dem Anleger und machte dort fest. Es war ein tolles Abschieds- und Begrüßungsfest.

Am Sonntag wurde die Kogge blitzeblank geputzt. Alles, was nicht ganz mittelalterlich war, wurde von Bord geschafft und auf dem Werftgelände gelagert. Die Kamper Kogge traf am Sonntag Nachtmittag ein und legte sich gegenüber der Kieler Kogge an den Steg. Die beiden Koggen wirken zwar nicht so prunkvoll wie die Batavia, sind aber trotzdem zwei würdige Vertreter. Die Crew der Kieler Kogge fuhr am Sonntag abend per PKW wieder nach Kiel zurück und ließ die Kogge mit ihrer Gefährtin über die Wintermonate zurück. Ungefähr einmal pro Monat fährt der Bootsmann nach Lelystad um nach der Kieler Kogge zu sehen.

no images were found

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen