Übersicht

Hervorgehoben

Unter dieser Rubrik finden sie eine beispielhafte Auflistung vergangener Törns. Falls sie Interesse an aktuellen Törns oder Charter haben, wenden sie sich bitte an unsere GeschĂ€ftsstelle. Wir sind durchgehend jede Sommersaison aktiv. Als aktuelle Törns sind u.a. Kurzfahrten zur Kieler Woche sowie ein mehrwöchiger Sommertörn geplant. Eine ausfĂŒhrlichere Jahresplanung ist unter  dem Link Termine zu finden.

Unsere bisherigen Törnziele sind auf der Karte durch rote Punkte markiert:

Verirrt in die Karibik?

Der Sommer 2018 beschert fĂŒr uns Norddeutsche einfach unglaublich sonniges warmes Wetter. Koggianer genießen die ĂŒberdurchschnittlichen Temperaturen schon im Mai auf dem Weg zum SeeStadtfest nach Bremerhaven. Über Helgoland und die Eider geht es ebenfalls mit viel Sonne zurĂŒck. Und so bleibt es den ganzen Sommer – bis auf 1 Woche – der Kieler Woche. KrĂ€ftige Gewitter, Schauer und Windböen lassen diese Tage eher unter die Rubrik „aufregend“ als „beschaulich“ fallen. Schön war es trotzdem und wir sind stolz, dass nach der Kieler Woche 2018 fast 1000 Menschen um ein Koggeerlebnis reicher sind .

Ein neuer Motor muss her

Fast wie ein dunkles Omen dringt zum Saisonanfang 2015 bei jedem Maschinenstart erstmal dunkler Ruß aus dem Auspuff der Kogge und unser Skipper guckt nicht besonders froh, wann immer er die Gashebel bedienen muss. WĂ€hrend wir noch versuchen, dem Problem auf die Spur zu kommen, nehmen die Probleme im Laufe der Saison leider zu statt ab. Nach einem kurzen „Zwischenhoch “ muss die Kogge auf dem lang ersehnten Sommertörn schon in Burgstaaken auf Fehmarn eine Zwangspause eingelegen, da der Turbolader an der Backbordmaschine defekt ist. Schiff und Crew mĂŒssen abwarten bis ein neuer Turbolader eintrifft und eingebaut wird. Frohgemut stechen Schiff und Crew danach wieder in See, doch leider kommt es kurze Zeit spĂ€ter in Rostock zum „Maschinensupergau“: Die angeschlagene Maschine gibt endgĂŒltig ihren Geist auf und tut nun nicht mehr viel, außer erbĂ€rmlich qualmen. Zum GlĂŒck haben wir 2 davon! Mit nur einer Maschine schleppt sich die Kogge vorsichtig und unverzĂŒglich wieder nach Kiel. Alle Beteiligten sind froh, als das Schiff ansonsten wohlbehalten seinen angestammten Liegeplatz am Satorikai erreicht. Dort ist die Saison abrupt beendet. WĂ€hrend sich die Crew diversen Stegveranstaltungen widmet (die teils ersatzweise fĂŒr gebuchte Törns stattfinden), erörtern Vorstand und ein Expertenteam das Motorisierungsproblem. Ziemlich schnell stellt sich dann heraus, dass eine Reparatur sich nicht mehr lohnt und wir um eine neue Antriebsanlage nicht herumkommen. Dies ist der bisher grĂ¶ĂŸte Schlag fĂŒr die Vereinskasse seit Einbau der Motoren. Nur dem unermĂŒdlichen Einsatz aller KrĂ€fte, in- und auch außerhalb des Vereins, ist es zu verdanken, dass das Schiff wieder fahrtĂŒchtig wird. Finanzierung, die Auswahl der richtigen Komponenten und eines Generalunternehmers kosten Zeit und Nerven. Ganz knapp wird die Neumotorisierung pĂŒnktlich zur Kieler Woche 2016 fertiggestellt. FĂŒr das Schiff und die Crew ist das ein wichtiger Meilenstein: Die Einnahmen der Kieler Woche sind damit gesichert und es kann endlich wieder auf Reisen gehen. Wir sind unendlich erleichtert, als das Schiff die Leinen losschmeißt und sich in Richtung Rostock zur Hansesail aufmacht. Wir können endlich wieder segeln!

Ein neuer Mast fĂŒr die Kogge

Der neue und der alte Mast

Nach Befragung diverser Experten, wird 2014 der Beschluss gefĂ€llt, den langsam in die Jahre gekommen Koggemast zu ersetzen. So weit so gut – nur leider gestaltet sich die Umsetzung dieses Plans unerwartet schwierig. Im Gegensatz zu etwas moderneren Traditionsschiffen, ist der Koggemast massiv und besteht nicht aus Leimholz. BĂ€ume geeigneter GrĂ¶ĂŸe sind heutzutage allerdings schwer zu finden und unser Expertenteam hört sich im ganzen Land nach geeigneten BĂ€umen um. FĂŒndig werden sie letztendlich im Wiengebirge, wo eine sehr stattliche, fast 50m hohe Douglasie wirklich allen Anforderungen genĂŒgt. Nur sieht der Baum erstmal noch so gar nicht mastartig aus und wir sind froh, dass die Modersitzki-Werft an der Schlei (in Kooperation mit dem nahe gelegenen SĂ€gewerk) den Großteil der Arbeit ĂŒbernimmt.

Am 18. MĂ€rz 2015 ist es dann endlich soweit – der alte Koggemast wird per Kran aus dem Schiff gezogen und wenig spĂ€ter durch seinen Nachfolger aus Douglasie ersetzt. In Anwesenheit von Öffentlichkeit und Presse ist das fĂŒr uns ein feierlicher Augenblick, an dem jeder aus dem Verein teilhat, der irgendwie kann.

Rund ums Kieler Feuer

Kurz vor Saisonende wurde es nochmal voll auf der Kieler Förde: am Samstag, den 20. September 2014, trafen sich die Traditionssegler zur Wettfahrt auf der Innenförde. Schon Freitag fand sich die Mehrzahl der fast 30 gemeldeten Schiffe in der Hörn ein, um Samstag pĂŒnktlich um 11:30 an der Startlinie auf Höhe der ReventloubrĂŒcke zu sein. Im Nachhinein betrachtet, war jede Form von Eile jedoch völlig unnötig, da die anfangs schwachwindigen Bedingungen dazu beitrugen, dass die Schiffe auch noch 1 Âœ Stunden spĂ€ter gesammelt in unmittelbarer NĂ€he der Startlinie zu sehen waren. Doch des Seglers Leid war des Zuschauers Freud: Selten sieht man sonst so viele traditionelle Schiffe unter vollen Segeln auf derart engem Raum versammelt. Und auch von Bord der Kogge ergaben sich in der milchigen Herbstsonne tolle Bilder.

Gegen Nachmittag steigerte sich der Wind auf immerhin fast 3Bft., so dass es letztendlich noch fast allen Schiffen gelang, die Regattatonne kurz vor der Kanaleinfahrt innerhalb des Zeitlimits zu runden. Anschließend luden die lauen Temperaturen dazu ein, im maritimen Ambiente das Rahmenprogramm an Land zu genießen. Eine Wiederholung der Regatta ist fĂŒr spĂ€testens 2016 geplant.

Kurs Haithabu

Das Wikingerschiff „Havhingsten“

„Kurs Haithabu“ war ein Treffen von ĂŒber zwanzig frĂŒhen Rahseglern aus dem Ostseeraum und in seiner Art bisher einmalig. Begleitend wurde in Schleswig und Haithabu ein maritimes Fest gefeiert. Im historischen Halbkreiswall am Haddebyer Noor wurde die Zeit 1000 Jahre zurĂŒck in die Wikingerzeit gedreht. Die wohl grĂ¶ĂŸte Attraktion zu Wasser stellte der berĂŒhmte, gut 30 Meter lange Wikingerschiffnachbau „Havhingsten“ (dt. Seehengst) aus Roskilde dar, der zum ersten Mal in Deutschland zu Gast war. Aber auch die vielen kleineren Boote sowie das Wikingerdorf gaben ein wunderschönes Bild ab und lockten zahlreiche Besucher an. Auch die Kogge war im Schleswiger Stadthafen mit dabei und wurde ebenfalls tĂŒchtig bestaunt. Sowohl das Fest als auch die RĂŒckfahrt unter vollen Segeln durch die Schlei (bei Sonne und knackigem Wind) waren fĂŒr uns ganz besondere Highlights.

Das JubilÀum

Am Pfingstwochenende 2011 ist es nach langer Vorbereitung endlich soweit: AnlĂ€sslich unseres 25-jĂ€hrigen VereinsjubilĂ€ums (und 20 Jahren Schiff in Fahrt) sollen sich 5 Koggen in Kiel treffen und von Mittelaltervereinen mit zahlreichen Mitmachaktionen, ĂŒber Piraten, Musik, Morgenandacht und Gaffelkino soll alles dabei sein.

Voller freudiger Erwartung, aber auch mit etwas bangem Herzen geht es am 10. Juni mit unserer Kogge zum Schiffstreffpunkt – der Heikendorfer Bucht. Die Kamper Kogge haben wir schon gestern auf dem Landweg in Holtenau besucht.

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Der Geschichte auf der Spur: Stralsund – Visby

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Das Lot

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Rudern mit einer Kogge im Schlepp

 

 

 

Im August 2009 wagen wir ein Experiment: wir wollen die Reisen unserer Vorfahren so gut wie möglich nachvollziehen und versuchen ohne Hilfe von Maschinen und ohne moderne Navigationshilfen von Stralsund nach Visby auf Gotland zu gelangen – also kein GPS und auch kein Kompass. Ein Blick auf die Seekarte ist nur 1x tĂ€glich erlaubt, um mangelnde Ortskenntnisse auszugleichen (im MIttelalter war i.d.R. mind. 1 Person mit Ortkenntnissen an Bord). Wir mĂŒssen also das Loten  (= Tiefenmessen) wieder lernen und mit den Schatten der Sonne Kurs halten. Eine aufregende Angelegenheit und ganz sicher kommen wir nicht annĂ€hernd an die FĂ€higkeiten unserer Vorfahren heran. Aber fĂŒr uns geht es ja auch nicht ums nackte Überleben, sondern um einen großen Spaß. Wir haben nĂ€mlich, im Gegensatz zum wahren Mittelalter, einen Plan B im Hintergrund – ein Sicherheitsteam ĂŒberprĂŒft Wetterlage und unsere Position, greift aber nur im Notfall ein. Daher geht es oft fast spielerisch zu – z.B. probieren wir mit viel Spaß aus wie das schwere Schiff ohne Motorhilfe in HĂ€fen und engen Buchen zu bewegen ist. Unter Idealbedingungen funktioniert es ganz gut, das schwere Schiff mit Hilfe von 2 Ankern zu verwarpen – allerdings möchten wir im Alltag doch lieber nicht drauf angewiesen sein.

 

Brest

Gegen Ende der Kieler Woche 2004 starten wir unsere bisher weiteste Reise: wir wollen an dem berĂŒhmten Traditionsseglerfestival teilnehmen, das alle 4 Jahre in Brest (Frankreich, Bretagne) stattfindet. Der aktuelle Anlass ist eine Einladung aufgrund der StĂ€dtepartnerschaft zwischen der Stadt Brest und Kiel. FĂŒr uns toll ist, dass wir eine Mischung aus französischen und deutschen Jugendlichen mit an Bord bekommen, die uns ĂŒber weite Teile der Reise begleiten. Nach einer stĂŒrmischen Hinfahrt und einem tollen, turbulenten Festival, geht es auf der RĂŒckfahrt eher gemĂŒtlich zu: traumhafte Bedingungen und ein nun weit gesteckter Zeitrahmen erlauben es uns vor fast allen Kanalinseln zu ankern und die Inselwelt zu Fuß zu erkunden.  FĂŒr Ostseesegler ungewohnt bleiben nach wie vor der extreme Tidenhub und die damit verbundenen Strömungen. Wir setzen den RĂŒckweg weiter ĂŒber England fort, wo eine Reihe weiterer Einladungen warten. Auch hier werden wir rĂŒhrend versorgt und das Schiff gebĂŒhrend bewundert.