{"id":430,"date":"2012-12-11T00:10:56","date_gmt":"2012-12-10T22:10:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/?page_id=430"},"modified":"2025-01-14T01:54:58","modified_gmt":"2025-01-13T23:54:58","slug":"der-bau","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.hansekogge.de\/?page_id=430","title":{"rendered":"Der Bau"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: left;\" align=\"center\">\n<p><span class=\"fliessnorm\">Der Bau der Kieler Kogge begann 1986 auf dem Gel\u00e4nde der Werf Rathje in Kiel. Das Deutsche Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven \u00fcbernahm die wissenschaftliche Begleitung. Die schiffbauliche Leitung hatte Uwe Baykowski. Vollendet wurde das 23m lange Schiff im Jahr 1991.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: left;\" align=\"center\">\n<h3><strong>Konstruktion<\/strong><\/h3>\n<p>Die &#8211; ges\u00e4gten &#8211; Planken sind 4,5 cm dick, etwa 64 cm breit, die l\u00e4ngste mi\u00dft etwas mehr als 9 m. Sie werden durch N\u00e4gel miteinander verbunden. Die Nagelenden werden in das Holz zur\u00fcckgeschlagen, wodurch so etwas \u00e4hnliches wie eine Vernietung entsteht. Anders als die Eisenn\u00e4gel des Originals wurden die N\u00e4gel des Nachbaus aus V4-a-Stahl gefertigt; es waren ungef\u00e4hr 10.000 St\u00fcck, s\u00e4mtliche von Hand geschmiedet! Die Innenkalfaterung im geklinkerten Bereich ist ungew\u00f6hnlich. Hier mu\u00df das Kalfatgut &#8211; bei uns Werg, im Mittelalter Moos, Tierhaar und Teer &#8211; gegen den von au\u00dfen wirkenden Wasserdruck festgesetzt werden. Dazu werden d\u00fcnne Leisten auf die Kalfatn\u00e4hte gelegt und durch viele Tausende von st\u00e4hlernen &#8211; im Mittelalter eisernen &#8211; Klammern festgesetzt.<\/p>\n<div align=\"left\">\n<div align=\"center\">\n<figure id=\"attachment_432\" aria-describedby=\"caption-attachment-432\" style=\"width: 347px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio2.jpg\" rel=\"lightbox[430]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-432\" title=\"\u00054.0.2\" src=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio2.jpg\" alt=\"\" width=\"347\" height=\"248\" srcset=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio2.jpg 283w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio2-148x105.jpg 148w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio2-31x22.jpg 31w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio2-38x27.jpg 38w\" sizes=\"auto, (max-width: 347px) 100vw, 347px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-432\" class=\"wp-caption-text\">Uli Kimm bearbeitet eine angeformte, ausgek\u00fchlte Planke.<\/figcaption><\/figure>\n<div align=\"left\">&nbsp;<\/div>\n<div align=\"left\"><span style=\"font-family: Arial,Verdana,Helvetica,sans-serif;\">Um den Planken an den spitz zulaufenden Schiffsenden die passende Form zu geben, m\u00fcssen sie stark gebogen und verdreht werden. Hierzu benutzten wir eine Dampfkiste, in der sie, mehrere Stunden auf ann\u00e4hernd 100\u00b0C erw\u00e4rmt wurden. Danach konnten sie an die Mallen angepa\u00dft werden &#8211;&nbsp; eine schwere Arbeit, bei der es auf Schnelligkeit ankam. Man vermutet, da\u00df die Planken im Mittelalter na\u00df \u00fcber Feuer gebogen wurden.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<div align=\"center\">\n<figure id=\"attachment_433\" aria-describedby=\"caption-attachment-433\" style=\"width: 350px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio3.jpg\" rel=\"lightbox[430]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-433\" title=\"\u00054.0.2\" src=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio3.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"236\" srcset=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio3.jpg 283w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio3-148x99.jpg 148w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio3-31x20.jpg 31w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio3-38x25.jpg 38w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-433\" class=\"wp-caption-text\">Die Befestigung der Bodenwrangen und Beplankung erfolgte mit Holzd\u00fcbeln.<\/figcaption><\/figure>\n<div align=\"left\">\n<p><span style=\"font-family: Arial,Verdana,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-family: Arial,Verdana,Helvetica,sans-serif;\">In die aufgeplankte und kalfaterte Rumpfschale wurden die Querversteifungen, Bodenwrangen und Spanten aus gewachsenem Eichenholz eingesetzt und durch 30 cm lange und 3 cm starke Holzd\u00fcbel mit den Planken verbunden. Auf den Innenkanten der Spanten laufen acht Innenplanken von gleichen Abmessungen wie die Au\u00dfenplanken, die zur L\u00e4ngsfestigkeit beitragen. Au\u00dferdem sind vor allem im Bugbereich zahlreiche sehr massive Verst\u00e4rkungen eingebaut. Die Decksbalken liegen anders als bei unseren Schiffen nicht quer, sondern l\u00e4ngsschiffs; auf ihnen sind Platten aus Eichenholz verlegt. Das Deck der Koggen war im Mittelalter nicht wasserdicht.<\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial,Verdana,Helvetica,sans-serif;\"><span style=\"font-family: Arial,Verdana,Helvetica,sans-serif;\"> Auf dem Hinterschiff erhebt sich ein &#8222;Kastell&#8220;, in dem zwei kleine Wohnkammern liegen. Andere Wohneinrichtungen gibt es nicht; der hansische Seemann bettete sich irgendwie auf die Ladung. Die Kogge f\u00e4hrt ein Rahsegel an einem Mast. Der Mast, eine L\u00e4rche aus D\u00e4nemark, ist 25 m lang und in das auf dem Schiffsboden liegende Kielschwein eingelassen. Die Rah ist gut 14 m lang und tr\u00e4gt das ann\u00e4hernd quadratische Segel, das durch Bonnets, am Unterliek des Segels angesetzte, abnehmbare Segeltuchstreifen vergr\u00f6\u00dfert, sowie durch zwei Reffs auf etwa 30% seiner Fl\u00e4che gek\u00fcrzt werden kann.<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_434\" aria-describedby=\"caption-attachment-434\" style=\"width: 405px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio4.jpg\" rel=\"lightbox[430]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-434\" title=\"\u00054.0.2\" src=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio4.jpg\" alt=\"\" width=\"405\" height=\"283\" srcset=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio4.jpg 283w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio4-148x103.jpg 148w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio4-31x21.jpg 31w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio4-38x26.jpg 38w\" sizes=\"auto, (max-width: 405px) 100vw, 405px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-434\" class=\"wp-caption-text\">Das erste Zuwassergehen<\/figcaption><\/figure>\n<div align=\"center\">&nbsp;<\/div>\n<\/div>\n<div align=\"left\">&nbsp;<\/div>\n<h3 align=\"left\"><strong>Fahrverhalten<\/strong><\/h3>\n<div align=\"left\"><span style=\"font-family: Arial,Verdana,Helvetica,sans-serif;\">Bevor die Kogge in Betrieb genommen wurde, war nicht klar, wie sich die Frachtschiffe der Hanse segelten. Daher wurde der Neubau in den ersten Jahren gr\u00fcndlich erprobt und seine Leistungen wissenschaftlich erfa\u00dft, wof\u00fcr der einwandfrei historische Zustand des Schiffsk\u00f6rpers unbedingte Voraussetzung war. Daher durfte bis zum Abschlu\u00df der Erprobungen kein Hilfsantrieb eingebaut werden: die Kogge war auf die Assistenz eines Begleitfahrzeuges angewiesen. Die bei den Testfahrten erzielten Leistungen entsprachen etwa den bei Untersuchungen im Wind- und Str\u00f6mungskanal prognostizierten Werten. Die Kogge kann mit halbem Wind segeln und erreicht bei kr\u00e4ftigem raumen Wind Geschwindigkeiten von 8 &#8211; 9 kn. \u00dcberrascht hat die gute Man\u00f6vrierf\u00e4higkeit; ein Wendeman\u00f6ver dauert knapp eine Minute. Nach den Messfahrten konnte der f\u00fcr den Einsatz der Kogge notwendige maschinelle Hilfsantrieb eingebaut werden: zwei Schottelpumpjets, die von zwei Volvo-Pentamotoren angetrieben werden. Diese Anlage gibt dem Schiff bei glattem Wasser eine Geschwindigkeit von ca. 7.kn. Durch diesen Antrieb werden die Rumpflinien so gut wie gar nicht ver\u00e4ndert und er ist in seinem Schwingungsverhalten f\u00fcr die Verb\u00e4nde des Schiffes schonend.<br \/>\n<\/span><\/div>\n<div align=\"left\">\n<div align=\"center\">\n<div align=\"left\"><span style=\"font-family: Arial,Verdana,Helvetica,sans-serif;\">Mit diesem Antrieb und anderen f\u00fcr die Sicherheit eines Schiffes im heutigen Seeverkehr unerl\u00e4sslichen modernen Anlagen f\u00fcr die Navigation, f\u00fcr Feuerl\u00f6sch- und Lenzmittel und elektrische Beleuchtung, um nur einiges zu nennen, soll die Kogge interessierten und vor allem jungen Menschen die M\u00f6glichkeit geben, etwas von der Seefahrt der Vorfahren nachzuerleben auf Reisen im Fahrtgebiet der Hansekoggen des Mittelalters, die vom Tr\u00e4gerverein angeboten werden. Bei den Ver\u00e4nderungen wurde darauf geachtet, den Zustand des urspr\u00fcnglichen Schiffes so wenig wie m\u00f6glich anzutasten.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<div align=\"center\">\n<figure id=\"attachment_436\" aria-describedby=\"caption-attachment-436\" style=\"width: 413px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio6.jpg\" rel=\"lightbox[430]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-436\" title=\"\u00054.0.2\" src=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio6.jpg\" alt=\"\" width=\"413\" height=\"287\" srcset=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio6.jpg 283w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio6-148x103.jpg 148w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio6-31x21.jpg 31w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkbio6-38x26.jpg 38w\" sizes=\"auto, (max-width: 413px) 100vw, 413px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-436\" class=\"wp-caption-text\">Die Koggenbauer bildeten die erste Besatzung. Dritter von links Uwe Baykowski, in der gelben \u00d6ljacke Kapit\u00e4n Teerling.<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"left\"><span style=\"font-family: Arial,Verdana,Helvetica,sans-serif;\">Schon vor dem Einbau des Hilfsantriebs machte die Kogge neben den Segelerprobungen k\u00fcrzere und auch weitere Fahrten im Ostseeraum. Sie nahm an einer Reihe von Hafen-&#8222;Geburtstagen&#8220; teil und stattete mehreren St\u00e4dten Besuche ab. Das Schiff war immer eine gern gesehene Attraktion. H\u00f6hepunkte waren die Teilnahme an einem internationalen Kongre\u00df der Schiffsarch\u00e4ologen 1991 im Wikinger-Museum Roskilde und 1994 eine Reise nach Danzig, wo die Kogge vor dem ber\u00fchmten Krantor liegen durfte.<\/span><\/p>\n<p align=\"left\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Tip zum Weiterlesen: &#8218;<span id=\"productTitle\" class=\"a-size-large\">Die Kieler Hansekogge. Der Nachbau eines historischen Segelschiffes von 1380&#8242; von Uwe <span class=\"a-size-small a-color-secondary\">Baykowski, RKE-Verlag, Kiel (November 1995) <b>ISBN-10:<\/b> 3924381348 <b>ISBN-13:<\/b> 978-3924381349<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span id=\"productTitle\" class=\"a-size-large\"><\/span><span id=\"productTitle\" class=\"a-size-large\"><\/span><span id=\"productTitle\" class=\"a-size-large\"><\/span><span id=\"productTitle\" class=\"a-size-large\"><\/span><span id=\"productTitle\" class=\"a-size-large\"><\/span><span id=\"productTitle\" class=\"a-size-large\"><\/span><span id=\"productTitle\" class=\"a-size-large\"><span class=\"a-size-small a-color-secondary\"><br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<div style=\"text-align: left;\" align=\"center\">&nbsp;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bau der Kieler Kogge begann 1986 auf dem Gel\u00e4nde der Werf Rathje in Kiel. 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