{"id":420,"date":"2012-12-10T21:24:37","date_gmt":"2012-12-10T19:24:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/?page_id=420"},"modified":"2024-11-16T21:44:53","modified_gmt":"2024-11-16T19:44:53","slug":"historisches","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.hansekogge.de\/?page_id=420","title":{"rendered":"Historisches"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial,Verdana,Helvetica,sans-serif;\">Die Kieler Hansek<\/span>ogge basiert auf einem historischen Schiffsfund aus dem Jahre 1962. Damals wurden Teile eines historischen Schiffes in der N\u00e4he von Bremen aus dem Weserschlick geborgen. Das gut erhaltene Wrack befand sich anscheinend noch im Bau. Man vermutet, dass sich das Schiff durch eine Flutwelle von seiner Baustelle losgerissen hat. Bei n\u00e4herer Betrachtung entpuppte sich der Fund als eine wissenschaftliche Sensation, denn es handelte sich um eine fast vollst\u00e4ndig erhaltene Hansekogge aus dem Jahre 1380. Bis zu diesem Zeitpunkt war v\u00f6llig unklar gewesen, wie das ber\u00fchmte Frachtschiff der Hanse genau aussah und man war auf ungef\u00e4hre Angaben Abbildungen angewiesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_421\" aria-describedby=\"caption-attachment-421\" style=\"width: 353px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch1.jpg\" rel=\"lightbox[420]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-421\" title=\"\u00054.0.2\" src=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch1.jpg\" alt=\"\" width=\"353\" height=\"246\" srcset=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch1.jpg 283w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch1-148x103.jpg 148w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch1-31x21.jpg 31w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch1-38x26.jpg 38w\" sizes=\"auto, (max-width: 353px) 100vw, 353px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-421\" class=\"wp-caption-text\"><em>Das Koggenwrack von 1380 in der Weser<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>1972 erfolgte die zweite Kiellegung der Originalkogge &#8211; und zwar in der f\u00fcr den Wiederaufbau der Kogge errichteten Halle des Deutschen Schifffahrtsmuseums in Bremerhaven. Dort wurden in siebenj\u00e4hriger, \u00e4u\u00dferst schwieriger Arbeit die Fundst\u00fccke zusammengesetzt: die Steuerbordseite war so gut wie vollst\u00e4ndig, die Backbordseite zu einem guten Drittel erhalten. Seit Beginn der 80er Jahre lag die Kogge in einem 800 m<sup>3<\/sup> fassenden Konservierungsbecken in wasserl\u00f6slichem Kunstwachs, Polyethylenglykol (PEG), das in etwa 20 Jahren das Wasser in den Poren des Holzes ersetzte, so dass es nicht mehr schrumpft, wenn es der Luft ausgesetzt wird.<\/p>\n<figure id=\"attachment_422\" aria-describedby=\"caption-attachment-422\" style=\"width: 356px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch2.jpg\" rel=\"lightbox[420]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-422\" title=\"\u00054.0.2\" src=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch2.jpg\" alt=\"\" width=\"356\" height=\"127\" srcset=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch2.jpg 283w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch2-148x52.jpg 148w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch2-31x11.jpg 31w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch2-38x13.jpg 38w\" sizes=\"auto, (max-width: 356px) 100vw, 356px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-422\" class=\"wp-caption-text\"><em>Fotogrammetrische Aufnahme der Steuerbordseite der Originalkogge von 1380<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit dem Wrackfund erhielt die Forschung zum ersten Mal in authentisches Bild von der Form und Bauweise eines Koggenrumpfes. Bis dahin war man auf zeitgen\u00f6ssische Abbildungen, haupts\u00e4chlich auf den Schiffsiegeln der Hansest\u00e4dte, und auf wenige Fundst\u00fccke angewiesen. Verst\u00e4ndlicherweise kam der Wunsch der Wissenschaft nach einem Nachbau auf. Dieser Nachbau sollte so originalgetreu wie m\u00f6glich sein, um Erkenntnisse \u00fcber die nur sehr wenig bekannten Segel- und Transportleistungen dieser Schiffe zu gewinnen. Aber wer hatte die notwendigen Fertigkeiten und wer sollte ein derartiges Projekt finanzieren?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/IMG_4729.jpeg\" rel=\"lightbox[420]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2809 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/IMG_4729.jpeg\" alt=\"\" width=\"371\" height=\"293\"><\/a><\/p>\n<p>Das Projekt wurde letztendlich mit Hilfe des Vereins &#8222;Jugend in Arbeit Kiel e. V.&#8220;&nbsp; verwirklicht. Wichtigstes Anliegen des Vereins war es, arbeitslose und f\u00f6rderungsbed\u00fcrftige junge Menschen durch die Arbeit an einem Projekt, dessen Sinn sie verstehen und dessen Wachsen sie erleben konnten, zu motivieren, sie weiterzubilden und zu qualifizieren und sie so in den Arbeitsproze\u00df einzugliedern. Daher arbeiteten auch zwei Lehrer am Bau mit, die halfen, &#8222;theoretische Engp\u00e4sse&#8220; zu \u00fcberwinden. Dieser Ansatz brachte bemerkenswerte Erfolge: diverse feste Arbeitsstellen konnten vermittelt werden, Pr\u00fcfungen wurden bestanden und Lehren abgeschlossen.<\/p>\n<p>An den Bauleiter, der von einem oder zwei Vorarbeitern unterst\u00fctzt wurde, stellten sich hohe Anforderungen an seine Menschenf\u00fchrung, da er es nicht mit ausgebildeten Facharbeitern zu tun hatte. Anfang Februar 1988 konnte der Bau in der Halle der Werft beginnen, nachdem vorbereitende Arbeiten wie der Bau eines Gangspills und des Bratspills (eine waagerecht liegende Walze, 4,5 m lang, 60 cm stark, aus einem Eichenstamm gearbeitet f\u00fcr schwere Belastung wie Hei\u00dfen des Segels, Ankerlichten und Ladearbeiten), des Ruders und der formgegebenden Mallen aus starkem Fichtenholz schon vorher erledigt worden waren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_425\" aria-describedby=\"caption-attachment-425\" style=\"width: 331px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch5.jpg\" rel=\"lightbox[420]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-425\" title=\"\u00054.0.2\" src=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch5.jpg\" alt=\"\" width=\"331\" height=\"412\" srcset=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch5.jpg 169w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch5-119x148.jpg 119w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch5-24x31.jpg 24w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch5-30x38.jpg 30w\" sizes=\"auto, (max-width: 331px) 100vw, 331px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-425\" class=\"wp-caption-text\"><em>Der soziale Aspekt unserer Arbeit: Die \u00bbBaumeister\u00ab.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wissenswertes \u00fcber Koggen<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,Verdana,Helvetica,sans-serif;\">Die Kogge &#8211; ein verwandtes Wort kommt in vielen europ\u00e4ischen Sprachen vor und bedeutet &#8222;Muschel&#8220; &#8211; bildete sich im Laufe einer jahrhundertelangen Entwicklung aus einem flachbodigen friesischen Wattenfahrzeug zu einem leistungsf\u00e4higen Seeschiff heraus. Die in der Weser gefundene Kogge stellt einen H\u00f6hepunkt dieser Entwicklung dar. Die Kogge war mehr als 200 Jahre lang das &#8222;Regelschiff&#8220; der Hanse des 13. und 14. Jahrh., der Lastentr\u00e4ger dieses bedeutenden Wirtschaftsverbundes. Ostsee und Nordsee waren ihre Hauptfahrtgebiete, und auf der &#8222;Baienfahrt&#8220; gingen sie bis in die Biskaya. Um den an einen &#8222;Massenguttransporter&#8220; &#8211; nach damaligem Ma\u00dfstab &#8211; gestellten Anforderungen zu gen\u00fcgen, mu\u00dfte ein Schiff wirtschaftlich fahren, und die Ma\u00dfst\u00e4be daf\u00fcr waren und sind im Grunde immer die gleichen: zuverl\u00e4ssige, hinreichend schnelle und zeitlich einigerma\u00dfen berechenbare G\u00fcterbef\u00f6rderung bei m\u00f6glichst niedrigen Betriebskosten, unter denen auch zur Zeit der Hanse die Personalkosten einen wichtigen Posten ausmachten. So stand dem hansischen Seemann neben seiner Heuer ein kleiner Teil des Laderaumes f\u00fcr eigene Gesch\u00e4fte zu. Wichtigstes Hilfsmittel der Navigation war das Lot, das nicht nur Angaben \u00fcber die Wassertiefe, sondern auch \u00fcber die Beschaffenheit des Grundes lieferte; man fuhr nach m\u00fcndlich \u00fcberlieferten Segelanweisungen. Wer lesen konnte zog das &#8222;Seebuch&#8220; zu Rate. Seekarten gab es noch nicht, und selten einmal einen Kompa\u00df.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch4.jpg\" rel=\"lightbox[420]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-424 aligncenter\" title=\"\u00054.0.2\" src=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch4.jpg\" alt=\"\" width=\"243\" height=\"365\" srcset=\"http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch4.jpg 157w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch4-98x148.jpg 98w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch4-20x31.jpg 20w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch4-25x38.jpg 25w, http:\/\/www.hansekogge.de\/hkpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hkgesch4-143x215.jpg 143w\" sizes=\"auto, (max-width: 243px) 100vw, 243px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Die ersten drei Plankeng\u00e4nge liegen am Achterschiff in einer Sponung, die dar\u00fcberliegenden G\u00e4nge schlie\u00dfen dagegen b\u00fcndig mit dem Innensteven ab und werden sp\u00e4ter vom Au\u00dfensteven abgedeckt. Gut erkennbar ist die enorme Verdrehung der unteren Plankeng\u00e4nge.<\/em><\/p>\n<p>Tip zum Weiterlesen: &#8218;<span id=\"productTitle\" class=\"a-size-large\">Die Kogge: Sternstunde der deutschen Schiffsarch\u00e4ologie&#8216;,<span class=\"autor\">Gabriele Hoffmann und Uwe Schnall (Hrsg.) <\/span>Bremerhaven: Deutsches Schiffahrtsmuseum; Hamburg: Convent Verlag&nbsp;ISSN 0343-3625<span class=\"font_bold\"> \u2022 <\/span>ISBN 978-3-86927-060-9<br \/>\n<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kieler Hansekogge basiert auf einem historischen Schiffsfund aus dem Jahre 1962. Damals wurden Teile eines historischen Schiffes in der N\u00e4he von Bremen aus dem Weserschlick geborgen. Das gut erhaltene Wrack befand sich anscheinend noch im Bau. Man vermutet, dass sich das Schiff durch eine Flutwelle von seiner Baustelle losgerissen hat. 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